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Pressebereich

Willkommen in unserem Pressebereich. Journalistinnen und Journalisten, die gern mehr über das Projekt TH2ECO erfahren möchten, finden hier Pressemeldungen und die TH2ECO-Projektlandkarte zum Download und zur freien Verfügung. Bei redaktioneller Verwendung freuen wir uns über einen Hinweis auf TH2ECO.

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Pressemeldungen

21.03.2022

Wasserstoffprojekt TH2ECO für Thüringens Klimazukunft und Versorgungssicherheit

Regionale Partner bringen mit TH2ECO grünen Wasserstoff in Thüringens Energieversorgung - Regenerative Energien sollen ab 2025 Grundlage für lokale H2-Wirtschaft sein.

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Erfurt. (21.3.22) Das regionale Wasserstoffprojekt TH2ECO hat sich nach dem Start im vorigen Jahr weiter etabliert. Aktuell sind mit der TEAG, den Stadtwerken Erfurt Netz und dem Güterverkehrszentrum GVZ weitere ambitionierte Projektpartner eingestiegen. Mit den Bestandspartnern Ferngas Netzgesellschaft, SWE Energie, Green Wind Innovation und BOREAS Energie hat sich die Anzahl der Partner damit auf sieben erhöht. Das Umweltprojekt TH2ECO beabsichtigt zunächst die Nutzung von Windenergie aus nordthüringischen Windparks zur Erzeugung von grünem Wasserstoff, welcher bspw. im GuD-Heizkraftwerk der Stadtwerke Erfurt zur städtischen Wärmeversorgung eingesetzt werden kann.

In der Planung sind dazu in der ersten Ausbauphase in den kommenden drei Jahren zwei Elektrolyseure mit insgesamt 20 Megawatt Leistung vorgesehen. Der Transport des grünen Wasserstoffs soll über eine rund 42 Kilometer lange Erdgasleitung der Ferngas Netzgesellschaft, die zur Wasserstoffnutzung umgerüstet wird, erfolgen.

„Es ist so möglich, 40 Prozent der Erfurter Einwohner mit wasserstoffgenerierter Fernwärme anteilig zu versorgen“, erläutert Marco Türke, Leiter des GuD-Heizkraftwerks in Erfurt. Frank Heidemann, Geschäftsführer der SWE Netz sieht durch dieses Projekt auch die große Chance, erste Erfahrungen bei der Beimischung von Wasserstoff zum Erdgas zu sammeln.

Erklärtes Ziel der Projektpartner und einer größeren Gruppe von unterstützenden Unternehmen und Institutionen ist der Aufbau eines Marktmodells, bei dem verschiedene Erzeuger grünen Wasserstoff in eine kontinuierlich wachsende Leitungsstruktur einspeisen. Hierbei wird die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport bis zur Abnahme abgedeckt. Die dabei angestrebte Umstellung auf eine 100prozentige Wasserstoffnutzung bezieht ausdrücklich auch Verwendungen zusätzlich zur Fernwärme mit ein.

„Mit der sogenannten Sektorenkopplung bringen wir Wasserstoff auch in die CO2-freie Mobilität ein“, so Dr. Matthias Sturm, Geschäftsbereichsleiter Strategie der TEAG. „Zudem zeigt TH2ECO eine Perspektive für die immer noch ungelöste Speicherproblematik. Mit überschüssigem Windstrom erzeugter grüner Wasserstoff ist speicherfähig und kann so fossiles Erdgas ersetzen.“ Konkrete Speicherorte gebe es in Thüringen bereits – etwa den Untergrundspeicher Kirchheilingen, welcher derzeit noch mit Erdgas betrieben werde, so Sturm weiter.

Grüner Wasserstoff als Schlüssel zur Reduzierung von Import-Abhängigkeiten

Lokal erzeugter Wasserstoff führt zur Dekarbonisierung und Autarkie in der Energieversorgung. „Mit TH2ECO ersetzen wir fossiles, importiertes Erdgas durch grünen Wasserstoff aus regionaler Wertschöpfung bzw. Erzeugung“, erklärt Dr. Katharina Großmann, Projektleiterin bei der Ferngas. „2025 soll der erste Wasserstoff durch unsere Leitungen fließen. Je nach Bedarf sind dann kleinere oder größere Heizkraftwerke, Wasserstofftankstellen, Industrieunternehmen oder Großspeicher die Abnehmer.“ Für die Jahre ab 2030 ist die Anbindung des bis dahin aufgebauten regionalen Thüringer H2-Netzes an vorgelagerte H2-Netze der Ferngasnetzbetreiber geplant. Damit sind dann H2-Importe oder auch H2-Exporte aus Norddeutschland oder auch aus Südeuropa möglich.

Mathias Trostorff, Leiter Netzwirtschaft der Ferngas, sieht TH2ECO dabei als richtungsweisendes Pilotprojekt. „Für dieses Projekt haben sich verschiedene regionale Unternehmen und Marktteilnehmer zusammengeschlossen, um gemeinsam für Versorgungsicherheit in Thüringen durch Erneuerbare Energien auf Basis von grünem Wasserstoff zu sorgen. Der Ersatz von fossilem Erdgas durch H2 in Verbindung mit Preisstabilität und langfristigen Verträgen kann so gelingen.“

TH2ECO als klimaneutrales Energiesystem

Die Planung des Projektes TH2ECO, die bereits seit einem Jahr läuft, geht grundsätzlich von einer Nutzung von 100%ig grünem Wasserstoff aus. Am Beginn der Erzeugung stehen die Elektrolyseure, die CO2- und emissionsfreien Windstrom nutzen; der Transport ist ebenfalls klimaneutral gestaltet. So stellt TH2ECO von der Erzeugung bis hin zum Abnehmer des grünen Wasserstoffs einen energetisch „sauberen“ Ablauf auf Basis Erneuerbarer Energien dar, welcher jetzt schon zeigt, wie in Thüringen eine Energieversorgung auf Wasserstoffbasis funktionieren kann.


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25.08.2021

Konsortium um Ferngas Netzgesellschaft will Initialregion für grünen Wasserstoff in Thüringen aufbauen

Erfurt, 25.08.2021. In dem Projektvorhaben TH2ECO (Thüringer H2 Ecosystem) treibt die Ferngas Netzgesellschaft gemeinsam mit BOREAS Energie, Green Wind Energy, SWE Energie sowie weiteren Partnern den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffinfrastruktur in Thüringen voran.

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Im Fokus stehen dabei Anwendungen aus den Sektoren Mobilität und Wärme, die durch grünen Wasserstoff aus regionalen Erneuerbaren Energien CO2-neutral werden sollen und damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Thüringer Klimaziele leisten.

Im Zuge des Projekts wurden zunächst mögliche Anwendungsfälle entlang der gesamten H2-Wertschöpfungskette im Erfurter Raum analysiert. Mit der BOREAS Energie sowie der Green Wind Energy haben sich schnell zwei leistungsstarke und regional bekannte Unternehmen aus der Windkraftbranche als Kooperationspartner herauskristallisiert. In dem Projektvorhaben planen die beiden Unternehmen die Erzeugung von grünem Wasserstoff aus Erneuerbare-Energien-Anlagen. Beide Unternehmen sind in der Region verankert und besitzen bereits Expertise bei der Projektentwicklung von H2-Erzeugungsanlagen gekoppelt mit Erneuerbaren Energien.

Auf Anwenderseite liegt der Fokus des Projektvorhabens zunächst auf den Sektoren Wärme und Mobilität. Die SWE Energie nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein und plant die Beimischung von Wasserstoff im Heizkraftwerk Erfurt Ost. Im Sektor Mobilität sollen Brennstoffzellen-Züge mit grünem Wasserstoff versorgt werden. Mit dem Einsatz von grünem Wasserstoff wird gleich zwei großen Herausforderungen in Thüringen begegnet: der Dekarbonisierung des nicht-elektrifizierten Schienenverkehrs sowie der Verringerung der CO2-Emissionen in der lokalen Strom- und Wärmeerzeugung der Stadt Erfurt.

Darüber hinaus werden im Projektvorhaben die bestehenden Planungen im Güterverkehrszentrum Erfurt (GVZ) berücksichtigt. Durch die leitungsgebundene Versorgung einer H2-Tankstelle für Lastkraftwagen im GVZ können örtliche Speicheranlagen reduziert und eine zukünftige Skalierung versorgungssicher gewährleistet werden. Hier steht die Ferngas Netzgesellschaft im intensiven Austausch mit der EurA AG, die im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) eine Machbarkeitsstudie für den H2-Einsatz im GVZ durchgeführt hat.

Umweltministerin Siegesmund begrüßt Vorhaben

Positive Resonanz gab es nach der Vorstellung des Projekts von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund: „Erneuerbare Energien kombiniert mit klimafreundlichen, neuen Technologien - das ist Thüringens Weg beim Klimaschutz. Grüner Wasserstoff übernimmt hier eine zentrale Rolle. Denn regional und grün produziert, sichert Wasserstoff zukünftig Wertschöpfung für das Land. Die neue Initialregion ist ein großer Schritt beim Aufbau der Thüringer Wasserstoffwirtschaft. Ich bin froh, dass sich ein so schlagkräftiges Konsortium gefunden hat, das die Thüringer Klimaziele verfolgt und damit neue Geschäftsmodelle etabliert. Entscheidend für den Erfolg und echten Klimaschutz ist, dass wir parallel ein ambitioniertes Ausbauziel von regenerativen Energien in Thüringen mitdenken müssen."

Verbindung zu Erfurt

Mit der Umstellung einer vorhandenen Erdgasleitung auf Wasserstoff wird die Versorgung mit reinem Wasserstoff in großen Mengen möglich. Die Wasserstoffleitung verbindet die zukünftigen Elektrolyseanlagen aus dem Thüringer Becken mit den Verbrauchern in der Stadt Erfurt. Neben einer Verringerung des Stromnetzausbaus trägt die H2-Infrastruktur dazu bei, die fluktuierende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu verstetigen. Da die Wasserstoffleitung in begrenztem Umfang auch als „Pufferspeicher“ fungiert, werden größere lokale Gasspeicher bei den Verbrauchern weitestgehend überflüssig.

Regionale Wertschöpfung

„In unserem Projekt ist es uns wichtig, von vornerein auf die Erzeugung von grünem Wasserstoff mit regionalen Akteuren zu setzen. Nach dem Leitmotto ‚Aus der Region. Für die Region.‘ halten wir so die Wertschöpfung in Thüringen und bauen gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen neue Geschäftsmodelle im Wasserstoffumfeld auf. Mit der Umstellung unserer bestehenden Leitungsinfrastruktur transportieren wir künftig kosteneffizient und zuverlässig Wasserstoff zu den Verbrauchern. Ein großer Schritt in Richtung Thüringer Klimaziele.“, betont Dieter Bochmann, Geschäftsführer der Ferngas Netzgesellschaft.

Skalierbares H2-Ökosystem

Mit dem Aufbau der H2-Infrastruktur legen die Projektbeteiligten das Fundament für eine umfängliche Wasserstoffwirtschaft, ein sogenanntes „H2-Ökosystem“. Perspektivisch kann die H2-Leitung an die nationale H2-Infrastruktur und darüber hinaus an den „European Hydrogen Backbone“ angeschlossen werden. Dies ermöglicht den Import von CO2-neutralem Wasserstoff aus ganz Europa, wodurch weitere Verbraucher aus Industrie und Mobilität sowie der Wärmemarkt klimaneutral und kosteneffizient versorgt werden können. Erste Gespräche mit nachgelagerten Netzbetreibern laufen bereits.

Aktive Beteiligung erwünscht

In der weiteren Projektausarbeitung wird das Konsortium eine Projektskizze im Rahmen eines bundesweiten Förderprogramms einreichen. Sind die gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen gegeben und liegt ein positiver Förderbescheid vor, kann die Projektumsetzung bereits im Jahr 2022 beginnen. Die Inbetriebnahme der H2-Infrastruktur könnte dann bereits Ende 2025 realisiert werden.

Insbesondere vor dem Hintergrund einer möglichen Projektförderung ruft die Ferngas Netzgesellschaft weitere potenzielle Partner auf der Erzeuger- sowie der Abnehmerseite dazu auf, sich aktiv zu beteiligen.


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